Die Frage stellt sich bei jedem zweiten Projekt
Ein Fachbereich braucht etwas, das Infor COM im Standard nicht kann. Manchmal ist es eine Kleinigkeit, manchmal ein halbes Modul. Und immer stellt sich dieselbe Frage: baut man das als Anpassung für dieses Haus, oder als Erweiterung, die auch andere brauchen können?
Wir haben beides gebaut — nahezu 50 ATOs, die auf der offiziellen Infor-Preisliste stehen, und weit über 100 Add-ons im Kundeneinsatz. Die Entscheidung fällt nicht nach Aufwand, sondern nach einer anderen Frage.
Was ein ATO ist
ATO steht für Add-To-Order — eine Erweiterung, die Infor in die eigene Preisliste aufnimmt. Sie ist damit kein Fremdkörper im System, sondern ein bestellbarer Bestandteil, der den Freigabeprozess des Herstellers durchlaufen hat. Für den Kunden heißt das vor allem eines: sie überlebt Upgrades.
Das ist der eigentliche Unterschied. Eine Anpassung, die tief in den Standard eingreift, wird bei jedem Release zum Prüffall. Eine, die als ATO geführt wird, ist beim Hersteller bekannt.
Wann wir welchen Weg gehen
Als ATO, wenn das Problem allgemein ist. Eine Anforderung, die in jedem Fertigungsbetrieb ähnlich auftritt, wird als Erweiterung gebaut, die man abstrahieren und parametrisieren kann. Das dauert beim ersten Kunden länger und ist beim zweiten fast fertig.
Als Kundenanpassung, wenn das Problem speziell ist. Ein Ablauf, der aus der Geschichte eines Hauses entstanden ist, lässt sich nicht sinnvoll verallgemeinern. Ihn trotzdem in ein generisches Modul zu pressen erzeugt Parameter, die niemand außer dem einen Kunden je benutzt — und die bei jedem Upgrade mitgetestet werden müssen.
Die schlechteste Variante ist die dritte: eine Speziallösung, die so tief in den Standard schneidet, dass jedes Release ein Projekt wird. Die entsteht meist nicht aus einer Entscheidung, sondern daraus, dass niemand die Frage gestellt hat.
Was Sie fragen sollten, bevor gebaut wird
Drei Fragen, die vor der Beauftragung mehr klären als jedes Lastenheft:
- Greift die Lösung in Standardobjekte ein oder ergänzt sie sie? Ergänzen ist fast immer billiger — nicht in der Entwicklung, sondern über die Laufzeit.
- Wer testet das beim nächsten Release, und wie lange dauert es? Wenn darauf niemand antworten kann, ist das die Antwort.
- Wird die Anforderung in fünf Jahren noch bestehen? Manches löst sich mit dem nächsten Standardrelease von selbst. Dann lohnt eine Zwischenlösung, keine Investition.
Warum wir das beantworten können
Weil wir seit 1996 nichts anderes machen. Zertifizierter Infor-Partner, zehn eigene Infor-COM-Spezialisten und 50 externe Kapazitäten — und dieselben Leute, die eine Erweiterung gebaut haben, beantworten später die Supportanfragen dazu. Das ist kein Organigramm-Detail: wer beim Upgrade prüfen muss, was er selbst geschrieben hat, baut anders.
Nächster Schritt
Wenn Sie eine Anforderung auf dem Tisch haben und unsicher sind, welcher Weg der richtige ist: bringen Sie sie ins Erstgespräch mit. Die Einordnung kostet Sie nichts und spart im Zweifel ein Projekt.